Kobold (2011)

Kobold (2012)
Kobold (2012)

KOBOLD. PŘEBYTKY NĚHY / PŘEBYTKY LIDÍ

KOBOLD: ÜBERMASS AN ZÄRTLICHKEIT / ÜBERFLUSS AN MENSCHEN

Literarische Belletristik
Host, 2011
328 pp

Prag, Weihnachten 1941. Michael Kobold, ein Mann mit einer Obsession für die Moldau und die Karlsbrücke, versucht, dem heiligen Nepomuk einen Mantel umzulegen. Mann und Statue fallen dabei in den eisigen Fluss. Im darauf folgenden Aufruhr springt die 17-jährige Hella, ein sensibles junges Mädchen aus einer wohlhabenden jüdischen Familie, von der Brücke, um von den Massen nicht erdrückt zu werden. Im Rettungsboot trifft und verfällt sie Kobold – halb Mensch, halb Wasserkobold – und in der Folge heiratet sie ihn entgegen den Wünschen ihrer Familie. Sie entkommt der Deportation mit ihrer Familie ins KZ, nur um im Gefängnis einer destruktiven Ehe zu landen.

Prag, frühes 21. Jahrhundert. Hellas und Kobolds Tochter kehrt nach vielen Jahren im Ausland in ihre Heimatstadt zurück. Sie erinnert sich an die zerstörerische Wirkung, welche die Beziehung ihrer Eltern sowie der verhängnisvolle Fluss auf sie und ihre beiden Zwillingsbrüder hatte.

Ein Arbeiterviertel am Rande Prags heute. Justýna, eine arbeitslose, ledige Mutter sucht verzweifelt nach einem Einkommen, um das Sorgerecht über ihre 9 Kinder zu behalten. Die einzige Person, die ihr wirklich zugeneigt und wohlgesonnen ist und ihr im Geheimen zu helfen sucht, ist ein einsamer, behinderter Angestellter eines Begräbnisunternehmens. Doch mitten in einer neureichen, gleichgültigen Gesellschaft haben die beiden unglücklichen, marginalisierten Menschen keine Chance.

KOBOLD sind zwei Geschichten in einer, Wasser und Feuer, zwei Elemente in einem. Es bleibt dem Leser überlassen, welchen Teil er zuerst lesen will. Die Verbindung der Geschichten und Charaktere erschliesst sich erst nach und nach.

ÜBERMASS AN ZÄRTLICHKEIT, die längere der zwei Geschichten, ist eine starke Anklage gegen häusliche Gewalt und die totalitären Strömungen, die sowohl in Individuen wie auch in Familien verborgen sind. Die zweite, kürzere Geschichte, ÜBERFLUSS AN MENSCHEN, ist die leidenschaftliche Verurteilung einer Gesellschaft, die jeglichen Sinn für Solidarität mit den Schwächeren verloren hat und diese marginalisisert, als seien sie Aussätzige. Diese Gesellschaft, so glaubt Radka Denemarková, bringt Menschen wie Kobold hervor – “höchst intelligent, aber ohne jegliche emotionale Intelligenz und soziale Empathie. Indem sie andere manipulieren, dringen sie rasend schnell zur Spitze hervor. Mein Roman umfasst viele Themen, einschliesslich des Totalitarsimus.”

Slovenisch: Modrijan, 2013
Polnisch: Ksiazkowe Klimaty – Herbst 2017
Auszüge wurden auf Deutsch und Englisch veröffentlicht